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OmniKids · Wissen

Buchtipps

Bücher, die unsere Arbeit geprägt haben – keine Ratgeberliste, sondern das, was bei uns im Regal steht und in OmniKids eingeflossen ist. Dazu Kinderbücher, die das Thema in die richtige Größe bringen.

Für Eltern und Fachkräfte

  • Viktor E. Frankl – „… trotzdem Ja zum Leben sagen“

    Kein leichtes Buch – und keines für Kinder, sondern eines für uns Erwachsene. Frankl, Psychiater und Überlebender mehrerer Konzentrationslager, beschreibt, was einen Menschen noch trägt, wenn ihm alles genommen wurde: die Freiheit, die eigene Haltung zu wählen, und ein Wofür, das größer ist als er selbst. Seine Logotherapie – die Frage, wofür jemand lebt, statt nur, woran er leidet – hatte er lange vor den Lagern entwickelt; dort musste sie ihn selbst tragen. Was wir mitnehmen: Die Umstände sucht man sich selten aus, die eigene Haltung dazu schon.

  • Michaela Brohm-Badry / Wolfgang Endres – „Positive Psychologie in der Schule“

    Positive Psychologie fragt, was Menschen wachsen lässt, statt nur, was sie krank macht. Brohm-Badry und Endres holen diese Forschung in den Schulalltag: Stärken sehen, Fortschritt sichtbar machen, Beziehung vor Stoff – mit Übungen für die Praxis. Für uns beginnt dort Prävention: bei der ganz normalen Beziehungsarbeit, die pädagogische Fachkräfte ohnehin jeden Tag leisten.

  • Lisa Feldman Barrett – „Wie Gefühle entstehen“

    Wütend, enttäuscht, überfordert oder einfach aufgedreht? Die Psychologin und Hirnforscherin stellt eine Selbstverständlichkeit infrage: Gefühle werden nicht einfach in uns ausgelöst – unser Gehirn baut sie aus Körpersignalen, Erfahrung und den Wörtern, die wir dafür gelernt haben. Je genauer ein Kind sagen kann, was gerade in ihm los ist, desto eher findet es einen Weg damit. Bei uns dürfen Gefühle deshalb erst einmal da sein – verstehen und beruhigen kommt danach.

  • Gabriele Haug-Schnabel / Joachim Bensel – „Grundlagen der Entwicklungspsychologie. Die ersten 10 Lebensjahre“

    Sechsjährige sind keine kleinen Erwachsenen – und Neunjährige auch noch nicht. Das Grundlagenwerk aus der pädagogischen Ausbildung, geschrieben aus der Verhaltensbiologie, zeigt nüchtern, was Kinder in den ersten zehn Lebensjahren körperlich, emotional und sozial können – und was noch nicht, bei großer individueller Spannbreite. Wir schlagen darin nach, wenn wir eine Übung neu bauen. Für uns die ständige Erinnerung: OmniKids ist von Grund auf für Kinder gebaut, kein verkleinertes Erwachsenentraining.

  • William B. Irvine – „Eine Anleitung zum guten Leben“

    Ein freundlicher Einstieg in die Stoa – jene rund 2300 Jahre alte Philosophie, die nichts mit Zähnezusammenbeißen zu tun hat. Irvine sortiert, was ganz, teilweise oder gar nicht in unserer Hand liegt, und rät, die Kraft dorthin zu geben, wo sie etwas bewirkt. Für Kinder ist das erstaunlich alltagstauglich: Ob ein anderes Kind aufhört zu ärgern, kann ich nicht bestimmen. Ob ich mich aufrichte, laut „Stopp“ sage und mir Hilfe hole – das schon.

  • Ryan Holiday – „Dein Ego ist dein Feind“

    Ein unbequemes Buch über das Ego – den Drang, recht zu haben, gesehen zu werden, größer zu wirken – und darüber, wie es beim Streben, im Erfolg und im Scheitern jeweils anders im Weg steht. Holidays Gegenmittel: Schüler bleiben, an der Sache arbeiten statt am eigenen Bild. Wir lesen es als Buch über uns selbst: Wer vor einer Kindergruppe steht, arbeitet für die Kinder.

  • Benjamins persönlicher Tipp · Kinderroman ab 8 Jocko Willink – „Warrior Kid“

    Das Buch, das ich als Jugendlicher gebraucht hätte – und das ich Kindern heute empfehle, bevor es so weit kommt. Marc wird in der Schule gemobbt, und sein Onkel Jake, ein ehemaliger Elitesoldat, nimmt sich einen ganzen Sommer Zeit für ihn: früh aufstehen, üben, schwimmen, lernen, Jiu-Jitsu. Am Ende stellt Marc sich, ohne zu kämpfen, und lädt den anderen zum Mitspielen ein. Was mich daran packt, ist nicht die Disziplin – es ist der Erwachsene, der wirklich da ist. An einer Stelle widerspreche ich dem Buch: Darin löst das Kind alles allein. Kein Kind ist dafür verantwortlich, Mobbing zu beenden. Dafür sind wir da.

Für Kinder – zum Vorlesen und Mitmachen

Zum Vorlesen, Mitmachen und Darüber-Reden – zu Gefühlen, Mut und Grenzen, nach Alter sortiert von drei bis etwa acht.

  • Das Farbenmonster Anna Llenas (Jacoby & Stuart) · Bilderbuch · ab 3

    Ein Monster hat alle Gefühle durcheinander, und ein Mädchen hilft ihm beim Sortieren – jedes bekommt ein Glas und eine Farbe. Das steckt in einem unserer fünf Säulen-Sätze: „Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle.“

  • Der Löwe in dir Rachel Bright / Jim Field (Magellan) · Bilderbuch in Reimen · ab 3

    Eine kleine Maus wird ständig übersehen und will vom Löwen das Brüllen lernen – oben auf dem Felsen stellt sich heraus, dass der Löwe sich vor Mäusen fürchtet. Ein Buch darüber, dass in jedem beides steckt – und dass man nicht brüllen muss, damit die eigene Stimme zählt.

  • mutig, mutig Lorenz Pauli / Kathrin Schärer (Atlantis; als Taschenbuch bei Beltz Minimax) · Bilderbuch · ab 4

    Vier Tiere überbieten sich mit Mutproben, bis der Spatz sagt: „Ich mache nicht mit.“ – und die anderen erkennen, dass auch das Mut ist. Damit steht die Frage im Raum, die Kinder im Alltag beschäftigt: Muss ich mitmachen, um dazuzugehören?

  • Mein Körper gehört mir! Dagmar Geisler / pro familia (Loewe) · Bilderbuch · ab 5

    Dagmar Geisler erzählt ruhig und ohne Angst zu machen, wie Kinder angenehme von unangenehmen Berührungen unterscheiden, Nein sagen und sich Hilfe holen. Beim Vorlesen gehört ein Satz von euch dazu: Du darfst Nein sagen – und wenn jemand es nicht hört, ist das nie deine Schuld. Dann sind wir Erwachsenen dran.

  • Psst! Gute und schlechte Geheimnisse hg. von Christin-Marie Below und Andrea Russo, begleitet vom Kinderschutzbund (Dragonfly) · zum gemeinsamen Lesen · ab 6

    Geschichten und Gedichte bekannter Kinderbuchautorinnen und -autoren über Geheimnisse, die guttun – und solche, die drücken; nach jedem Kapitel Hinweise für Erwachsene. Für die Jahre, in denen Bilderbücher zu klein werden und Kinder trotzdem noch nicht allein durchmüssen.

  • Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd Charlie Mackesy (List) · zum Zusammenlesen · ab ca. 8

    Vier Gefährten, Tuschezeichnungen, kurze Sätze – und mittendrin die berühmteste Stelle des Buches: Das Tapferste, was der Junge je gesagt hat, ist ein einziges Wort – Hilfe. Kein Kinderbuch im engeren Sinn, eher eines für beide Seiten des Sofas. Es sagt in einer Zeile, was wir im Training jede Woche üben: Hilfe holen ist Stärke, nicht Schwäche.

Wenn euch beim Vorlesen etwas beschäftigt: Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ berät kostenfrei und anonym unter 0800 111 0550. Bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt hilft das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch weiter.

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